Bitte rufen Sie hier nicht mehr an

Er musste lange auf den Doc Check warten. Obwohl er bestellt war. Nun ist es beinahe schon dunkel. Der Arzt hat ihm gesagt: Er hat Alterszucker. Bitte rufen Sie hier nicht mehr an. Der Garten liegt in den ununterscheidbaren Farben des Abends vor ihm, die alten Garagen außer Sichtweite. Jetzt kommt Wind auf! Gewitter. Sturm. Die viel zu kleinen, ungenießbaren Äpfel schlägt der Sturm vom Baum ab. Reiß’ die Welt entzwei, ein Blatt Papier! Ein Blatt Papier, die Krankenakte. Er tritt mit spitzem Schuh einen von den roten Äpfeln klein.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 15. August 2017 um 18:15 Uhr geschrieben.

Genre: Gemütstiefe

13 Kommentare »

  1. https://www.youtube.com/watch?v=Gg_BqkiwemI

    Comment by Trump-Zucker — 15. August 2017 @ 18:43

  2. Während wir über ihn lachen, vernebelt er uns das Gehirn.

    Comment by Putzaktionen planen — 15. August 2017 @ 19:01

  3. Wer lacht über Trump?

    Comment by Wollt ihr nicht mitmache? — 15. August 2017 @ 19:02

  4. Die Kommentare stellen einen Bezug her, der im Originaltext so gar nicht da ist.

    Comment by Auslegung — 15. August 2017 @ 22:54

  5. Glauben sie nicht, dass alles, was der Trump macht, Inszenierung ist? Weil er genau weiß, je dümmer das ist, was er sagt, desto garantierter ein weltweites mediales Echo? Eine Dummheitsdosis für die Welt, die immer weiter gesteigert werden muss? Kommentator Nr. 2 scheint diesen Plan zu durchschauen.

    Comment by Spindoctor — 15. August 2017 @ 22:58

  6. Die Konstellation der Dinge und Zustände ist hier rätselhaft. Jemand kommt vom Arzt, und es ist dunkel. Ich gehe mal davon aus, dass es eine “normale” Arztpraxis war, nicht etwa ein Krankenhaus oder die Notaufnahme. Er musste warten. Aber dennoch: welche “normale” Arztpraxix hat länger als bis 18:00 Uhr geöffnet in Deutschland? Es könnte also zwischen 18 und 19 Uhr sein und beinahe dunkel – das lässt auf Herbst schließen: Anfang Oktober, Ende September? So ungefähr, denke ich. Es sind Äpfel auf den Bäumen. Auch das könnte passen. Aber der Sturm, das Gewitter passt nicht so ganz dazu. Das würde ich in den Sommer, maximal in den Spätsommer vorziehen. Es stellt sich also die Frage: Wo befindet sich unser Held? In Deutschland? Zu 95 Prozent. Was aber ist mit den restlichen 5 Prozent? Ein Unsicherheitsfaktor, der nicht gleich geklärt werden kann. Ein anderes Land? die andere Erdhalbkugel? Ein anderes Sonnensystem? Auf dessen Trabant etwas wächst, das wir nur scheinbar für Äpfel halten? Und eine Krankheit, die mit “Alterszucker” nur unzulänglich beschrieben werden konnte?

    Comment by frau kleist — 16. August 2017 @ 10:55

  7. Wirklich eigene Gedanken zu Landschaft und Leuten fehlen gänzlich.

    Comment by Neuer Plan — 16. August 2017 @ 11:28

  8. Also das Wort “Doc Check” das ist seltsam, das ist ja eigentlich ein Markenname für einen kommerziellen Identifizierungsdienst. Oder benutzt man das im Slang?

    Comment by Rotkäppchen — 16. August 2017 @ 13:42

  9. Ich glaube, der Text ist symbolisch gemeint. “Beinahe schon dunkel” – das ist unsere Zeit, kurz vor dem Untergang. Alterszucker steht für unsere überalterte, zuckerkranke Gesellschaft. Dass er solange warten musste, spielt auf den Niedergang des Sozialen an. Und die roten Äpfel, das sind die Alternativen zur gegenwärtigen Gesellschaft. Das Gewitter zeigt die stärker werdenden rechten Kräfte. Der Text zeigt eigentlich ein knallhartes antikapitalistisch-resigniertes Untergangsszenario.

    Comment by Metaebene — 16. August 2017 @ 13:46

  10. richtig. und die “viel zu kleinen, ungenießbaren äpfel” deuten das scheitern der linken parteien an. bereits ernst busch bezeichnete die spd als “bescheidene radieschen: außen rot und innen weiß.”

    Comment by außen rot innen weiß — 16. August 2017 @ 21:08

  11. Trump vergleicht Äpfel mit Birnen mit Alterszucker.

    Comment by frau kleist — 17. August 2017 @ 21:58

  12. 1 stück alterszucker
    2 coregatabs
    3 gbisse

    Comment by Zhenja — 3. September 2017 @ 10:47

  13. Haben Sie schonmal einem Kopfhörer zugehört? Ich meine jetzt nicht: einen aufgehabt. Wenn Sie noch nie einen aufgehabt hätten, hätten Sie ihm auch noch nicht zugehört haben können. Wenn ja, was haben Sie gehört? Mir ist klar, dass diese mittels Worten formulierte Frage Sie irritieren muss. Was soll das schon sein? Nichts? Ja. Nichts eben. Dostojewski war es jedenfalls nicht. Gut. Also die nächste Frage. Haben Sie schonmal einen Film flimmern sehen? Ich meine jetzt nicht: einen angesehen. Haben Sie schonmal einem Film zugeschaut?

    Comment by Radio — 10. September 2017 @ 05:35

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