Scheibenquallen

Rauchsäule,
dünn.

Ein Himmel,
ohne Sterne.

Füße,
nackte
Abwesenheit.

Eine Gasse,
aus Liebe &
Schmerz.

(Karl Kraus saß im Café Landtmann. Die Geräusche von der Straße klangen liebevoll, vertraulich.)

Dieser Beitrag wurde von crysantheme am 25. August 2017 um 19:00 Uhr geschrieben.

Genre: Erinnerungsbrösel

9 Kommentare »

  1. Beim ersten Mal habe ich Schreibqualen gelesen.

    Comment by verlesen — 26. August 2017 @ 09:46

  2. Hoffentlich hat sich die Qual gelohnt.

    Comment by frau kleist — 26. August 2017 @ 09:54

  3. Wegen des Nachsatzes stellt sich die Frage, ob man das Gedicht aus sich heraus deuten/fühlen kann, oder man dazu einen Karl-Kraus-Kontext kennen muss.

    Comment by Rotkäppchen — 26. August 2017 @ 17:09

  4. Das ist richtig, Rotkäppchen. Wir müssen wieder einmal in den Wald. Nur wir beide! Das mit Karl Kraus kam folgendermaßen: (obwohl ich es immer doof finde, die eigenen Gedichte zu erklären) Ich war mal in Wien im Café Landtmann. Daran habe ich mich gestern abend erinnert, oder besser, dass es da auch eine Landtmann-Zeitung gab, die ich mit ins Bett nahm. Ich war mit einer Freundin unterwegs. Die sagte dann zu mir, diesen Landtmann, den findest du wohl so interessant, dass du ihn mit ins Bett nimmst? Ein Besitzer des Landtmann hieß übrigens Karl Kraus, wobei nicht der Kulturkritiker gemeint war. (Ich glaube aber nicht, dass dieser Kontext das Gedicht erhellt).

    Comment by crysantheme — 26. August 2017 @ 17:27

  5. “Eine Gasse aus Liebe & Schmerz” – Damit ist doch die Wiener Ringstraße gemeint! (Verfremdet, selbstverständlich.)

    Comment by Welterklärer, nicht -erlöser — 26. August 2017 @ 17:39

  6. Und der Titel bezieht sich auf die ZEICHNUNG von Quallen.

    Comment by Wir schnüren das Paket — 26. August 2017 @ 17:40

  7. “satirisches Pathos” (Th. Mann über K. Kraus)

    Comment by crysantheme — 26. August 2017 @ 17:50

  8. Zeichnung Discomedusae: Im Maerchenwald ist ein Gedicht eine Kunstform der Natur. Die Graphik hängt bei meiner Großmutter in der Küche. Hat sie von Ernst Haeckel geschenkt bekommen. Der war mal in sie verliebt, aber meine Großmutter hatte ja damals schon ihren Großvater. Sie hat sich aber trotzdem gefreut. Der Haeckel war dann ein bisschen traurig. Dem ging es ein bisschen so wie dem Werther. Aber zum Glück hat er dann doch diese gelbe Weste nicht angezogen. Das Gedicht habe ich gleich schön mit der Feder abgeschrieben und daneben gehängt. Wenn du magst, schicke ich dir ein Foto.

    Comment by Rotkääpchen — 26. August 2017 @ 18:27

  9. Sie beleuchten sich selbst. Das ist nahezu einzigartig in der Natur! Leuchtende Wesen, scheue Künstler.

    Comment by crysantheme — 26. August 2017 @ 19:25

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