Märchen

bluten,
wer hat den schönsten Zerrspiegel?
verteilt sich

Märchen nehmen so viel auf,
damit überhaupt was drin ist,
an Märchensubstanzen

ein Uppercut? ein Nagel quer durch die Stirnhaut?

Märchen rinnen,
ziehen durch Nase, Mund- & Rachenraum

Märchen im Blut wollen sich erzählt wissen

(Märchen)

Dieser Beitrag wurde von Mariusz Lata am 6. Oktober 2017 um 17:52 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

11 Kommentare »

  1. Bitte was?

    Comment by Rotkäppchen, Kater, Rosenrot — 8. Oktober 2017 @ 22:48

  2. Hinter den Spiegeln, dem gelegentlichen Glanz der Märchen, da ist die Gewalt allgegenwärtig, in verschiedensten Formen: als List (eine Form der intellektuellen Gewalt, etwa der Hinterhalt) oder als schlichte Tötung einer Greisin, die im Ofen zu verrecken hat.
    Nicht zuletzt ist der moderne Drogenkonsum – mitsamt all seinen Konsequenzen – ein Märchen-, ein Existenzsurrogat.

    Dennoch bitte ich Sie, mir die Verletzung Ihres Feingefühls zu entschuldigen.

    Grüße,
    Mariusz.

    Comment by Mariusz Lata — 11. Oktober 2017 @ 18:28

  3. “da ist die Gewalt allgegenwärtig” – das ist aber doch eine Abstraktion. Da gibt es doch mindenstens ein Märchen ohne Gewalt.

    Comment by Rotkäppchen, Kater, Rosenrot — 12. Oktober 2017 @ 22:02

  4. So ist das immer, erstmal grundsätzlich werden und sich dann entschuldigen.

    Comment by sieben Zwerge — 12. Oktober 2017 @ 22:03

  5. Ohne Zuspitzung wäre doch das Begriffliche eine Unmöglichkeit.
    Sofern Episches oder Lyrisches sich nicht zuspitzt, nicht auch das Randständige & Abseitige zum Akteur werden lässt, weiß ich nicht, wer es sonst tun sollte. Ob fern jeglicher Radikalität & Utopie irgendein Handeln sich noch lohnt?
    Nicht für die Zuspitzung wollte ich mich entschuldigen.

    Grüße,
    Mariusz

    Comment by Mariusz Lata — 12. Oktober 2017 @ 22:37

  6. Gewaltfreie Märchen gibt’s ganz gewiss, nur fällt mir ad hoc keines ein.

    Grüße,
    Mariusz.

    Comment by Mariusz Lata — 12. Oktober 2017 @ 22:41

  7. Die Prinzessin auf der Erbse.

    Comment by die Märchenfrau hilft gern — 13. Oktober 2017 @ 17:37

  8. Ja, Andersen & O. Wilde, deren Märchen sind weitgehend gewaltfrei.

    Liebe Grüße,
    Mariusz.

    Comment by Mariusz Lata — 17. Oktober 2017 @ 18:59

  9. Interessant. Dass Sie diese 2 Autoren erwähnen. Ich höre da eine unterschwellige Kritik am l’art pour l’art heraus. Aber es gab doch auch Rimbaud, den Krachdichter des fin des siècle? Nun, ich glaube, märchen hat der keine geschrieben. Bitte belehrt mich eines Besseren, so Ihr könnt.

    Comment by frau kleist — 17. Oktober 2017 @ 20:45

  10. Was so eine kleine Erbse auslösen kann, merken wir ja in der “Prinzessin auf der Erbse.” Doch Sie machen weiter, nach dem Motto: Was kümmert mich der Sack, der gerade in China umfällt, auch wenn er Reis enthält und vielleicht unter diktatorischen Umständen gefüllt wurde? Nein, Sie meinen, alles kann so bleiben wie es war und ich kann weiter fressen, schlafen, pupsen. Erzählen Sie doch keine Märchen, selbst Aschenputtel musste sich anstrengen, um die Schuhe anzukriegen. Die ging zur Fußpflege.

    Comment by Psychotante, reloaded — 17. Oktober 2017 @ 21:01

  11. Das Märchenhafte ist überhaupt nicht zu kritisieren.
    Seit Homer ist das Erzählen märchenhaft, gibt es die Ausfahrt & die Heimkehr & dort, wo Stagnation, die Nichtbewegung sich ereignet, bleibt der Leerraum, ein Ziehen der Sprache nach draußen, ins Hinaus.

    Liebe Grüße,
    Mariusz.

    Comment by Mariusz Lata — 19. Oktober 2017 @ 09:29

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