Schwermut

In den Wäldern
fällt die Zeit
vom Geäst.
Ich fange sie
mit meiner Kleidung
und trage schwer
an deiner Stimme,
die noch immer
in den Tagen ruht.

Am Abend wasche ich
den Stoff mit deinem Schweigen
im großen Fluss.

Dieser Beitrag wurde von Sigune am 5. November 2017 um 09:36 Uhr geschrieben.

Genre: Erinnerungsbrösel, Trauersymmetrie

11 Kommentare »

  1. Die Zeilen gefallen mir mit der Zeit immer mehr: sie sind traurig, tieftraurig. Und still.
    Heute jedoch stoße ich leicht an zwei Dingen an: aus “meiner Kleidung” würde ich “meinem Kleid” machen und den großen Fluss am Ende vielleicht sogar streichen. So schwebt denn das große Schweigen über allen.

    Comment by Stefanie — 13. November 2017 @ 09:40

  2. In den Wäldern
    alles beim Alten.
    Ich, nicht ich
    trage meinen
    Rucksack -
    deine
    Stimme

    Schön,
    wenn am Morgen
    noch Glut da ist.

    Comment by Schwermut — 14. November 2017 @ 09:17

  3. Wer meint, in den Wäldern sei alles beim Alten, ist schon lange nicht mehr dort gewesen.
    Und ansonsten: Ist es nicht peinlich, eine Verschlimmbesserung abzuliefern?
    Dann doch lieber schweigen…

    Comment by Stefanie — 14. November 2017 @ 16:58

  4. Ich denke, beide Änderungen sind mögliche Varianten – ob nötig, bin ich mir noch nicht sicher.
    Danke auf jeden Fall für die Anregungen.

    Ich glaube, der zweite Kommentar ist eher eine spontane Antwort / Inspiration und nicht als Verbesserung gedacht, jedenfalls habe ich es so gelesen.

    Comment by Sigune — 14. November 2017 @ 17:12

  5. Liebe Stefanie, der Gestus Deiner Polemik (Entgegnung des Kommentators drei auf Kommentar zwei) sagt mir: in Deinem Kopf ist noch alles beim Alten. Mach’ mal weiter so. Dann werden wir hier bald wieder viel

    SPAAAAß

    miteinander
    haben

    Comment by Bolschewistische Kurkapelle — 15. November 2017 @ 10:42

  6. Auf den Feldern
    steigt die Zeit
    in die Ähren.

    Am Morgen
    wäschst du
    eine Stimme
    aus dem Bach.

    Comment by Eleadora — 15. November 2017 @ 11:30

  7. Ich wandere,
    also bin ich.

    Die früher hier
    in den Bäumen
    hingen,

    Waren glücklicher

    Comment by schwermut 2 — 15. November 2017 @ 11:40

  8. Übermut

    In den Kühlschränken
    steigt der Dunst
    bis unters Eisfach.
    Ich atme ihn
    durch den Mund
    ein und röchele
    leicht, du sagst
    immer wieder hier
    riecht es nicht

    Gut: keine Ironie
    wie sonst, wenn
    du mich in/auf
    den Arm nahmst.

    Comment by textmaschine — 15. November 2017 @ 11:47

  9. Wenn hier jemand Gründe für Schwermut hat, dann sind wir das.

    Comment by Riesenalk, letzte Sichtung 1852 — 15. November 2017 @ 21:43

  10. Beim Tasmanischen Tiger zweifeln die Forscher noch. Bei anderen Arten sind sie sich sicher: Sie sind gar nicht ausgestorben. Immer wieder werden Tierarten entdeckt, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Die Wissenschafft spricht dann vom “Lazarus-Effekt”. Viele dieser “Überlebenden”, vom Kurznagelkänguru bis zum Antarktischen Seebären, wurden rein zufällig gefunden.

    Comment by Ausgestorbene Tiere: Die Wiederkehr — 15. November 2017 @ 22:06

  11. Ja, sie warten alle, versteckt in den Wäldern, in den Tälern, hinter deinem Sofa. Die Mammute. Die Dinos. Sind alle noch da. Sie haben uns erkannt. Sie verstecken sich vor uns. Sie haben ja auch allen Grund dazu. Warten, dass wir uns bessern. Manchmal schicken sie die Spinnen vor. Kleine Spione. Um nachzusehen.

    Comment by Ausgestorbene Tiere: Die Wiederkehr 2 — 20. November 2017 @ 09:52

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