Zwischenreich

Lichter kreuzen überm Gerümpel,
das sind Lebensäußerungen der Sehnen, Muskeln

wenn die Schuhe klacken, dem Rauschen der Stille lauschen
wir aber sind im Zwischenreich, darin Müll wüst

ich steige über Armgebinde, Beinverwüstungen
& suche der Lebern Aussprache

immer Bögen,
nie die gebotene Härte

Dieser Beitrag wurde von Mariusz Lata am 23. November 2017 um 22:28 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten, Trauersymmetrie

9 Kommentare »

  1. …der Lebern Aussprache: steht es so schlimm?
    Empfehle Hepar Hevert Lebertropfen, dazu drei Tage Haferschleim und vier Wochen Heilwasser.

    Comment by Visite — 24. November 2017 @ 07:02

  2. Es scheint, als würden Eros und Amor für eine Weile miteinander funktionieren – in asymmetrischen Wendungen

    Comment by Genderstudie — 24. November 2017 @ 10:16

  3. Ich glaube, wenn Herr Lata sich so lange bei Heilverfahren aufhielte, bekämen wir lange nichts von ihm zu lesen. Und das wäre sehr schade!

    Comment by crysantheme — 24. November 2017 @ 10:48

  4. wenn ich die gesammelten Kommentare der gendermaschine richtig analysiert habe und Wittgenstein nichts dagegen vorzubringen hat, geht’s diesem es in erster Linie darum, alle personalen pros abzuschaffen, au0er 00ß00 einem: ICH

    vorschlag: versuchen’se dochma, alle plurale in ich zu machen – aber bitte denken’se dabei nich – - zumindest nich laut!

    Comment by Zhenja — 25. November 2017 @ 11:31

  5. Der Rhythmus der ersten fünf Verse wirkt wie die Ausblende am Ende des Breitwandfilms, ist was danach kommt wirklich Abspann?

    Mögliche Therapie. Machen Sie aus dem einen Epos einen knapp budgetierten Zweiteiler. Die gesamte Teilermenge ausschöpfen zu wollen wäre heutzutage ohnehin utopischer Kommunismus.

    Comment by Zhenja — 25. November 2017 @ 11:37

  6. Mariusz,

    ich hätte mich nicht zu Deinem Text geäußert, wenn mich der vierte Vers nicht wirklich gestört hätte. Wenn es nur ein Hugo Friedrichsches Konzept (sog. kühne Metapher) oder gar ein inhaltlicher Klangtupfer gewesen wäre, hätte ich nichts gesagt.

    Zh.J.

    P.S. Hast Du Juri Tynjanows “Das Problem der Verssprache” (1923) gelesen? Wenn ja, hast Du die Textbeispiele (Block, Belyij u.a.) verstehen können? (Muss in einem deutschen Text unendlich viel schwerer sein als im Original; oder gibt es etwa eine vergleichbare polnische Übersetzung?!)

    Comment by Zhenja, Ergänzung — 27. November 2017 @ 09:07

  7. Hallo Zhenja,

    Nein, Tynjanow kenne ich nur über T. Eagelton.

    Grüße,
    Mariusz.

    Comment by Mariusz Lata — 27. November 2017 @ 20:33

  8. Nun ist der Rhythmus geglättet. Und die Folgefrage unaus/weichlich: Stimmen Ausdrucksintention und Textform überein? Das Problem scheint mir, aus oftmalig durchgemachter eigener Erfahrung, zu sein, dass man “nicht zweimal in den selben Fluss steigen” kann. Also schreibt man auch nicht dasselbe Gedicht. Und: jedes neue gedicht verändert den, der da schreibt. die das, selbstredend. Verändert etwas. Wenn es aber nichts verändert, sollte man konsequenterweise gar nicht das Wort verändert benutzen. Ach ja: schon die Vorstellung, der dichter würde beim schreiben die sprache, Benutzen hat etwas Verrücktes.

    Und nun der Disput: ein Kollege lobt die “ausdauernde Arbeit am Text”. Der hat also kein Problem, nochmal in den gleichen Fluss zu steigen. Im Gegenteil, das ist Teil seiner Gewohnheiten beim Schreiben. Und ja, da ist auch das Problem der Kritik – indem man nachdenkend Schritt für Schritt Veränderungen vornimmt, die als Verbesserungen intendiert sind und damit vielleicht eine – gemeinsinnige?! – Wirkung steigern (im Extrem: maximieren), tut man im Ergebnis ja doch nichts anderes, als sein Schreiben a) zu objektivieren, b) [wirkungsbezogen] zu subjektivieren oder sogar c) etwas anderes, nicht ganz Dichter-es (…”seinen Schrott veredeln..?!”)

    Und jetzt, wenn wir uns gegenüber säßen, würde ich auf den Betrieb zu sprechen kommen, und aufs Zwischenreich, und darauf warum das Reich immer noch den Gegensatz zu dem Arm nötig hat, obwohl das Bein doch mittlerweile genau so vers — slavoj zizek saß mal zu dritt am Nebentisch und hatte, das konnte man sehen, wirklich hunger. Tja, ist – - – das wollte ich eigentlich sagen – – ein schöner Text, geworden.

    Comment by Zhenja — 3. Dezember 2017 @ 07:32

  9. Schöner Text, unüber
    seh bares
    Leiden

    Immer das Eine
    nie das

    Un ent zweite

    Comment by Nachtrag — 9. Dezember 2017 @ 13:21

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