Das bloße Leben I

Ich bin nicht da, sagt sie. Sie nimmt sich nicht aus.
Was sie hat lässt sie arbeiten. Ihre Hände machen es.
Ihrem Kopf nach, bis Samstag. Hinter den Pillen
stößt sie ab, Landung und ich bin nicht da, sagt sie.

Es geht in die Woche. Sie strahlt. Ihr Element
ist der Montag. Das mache ihr einer nach, ohne Lidstrich.
Diese Aufmerksamkeit unter Kollegen. Ich bin
im Krieg, Essen im Kühlschrank, Kuss Mutti. Mit Plong!
aus dem Weltall senken sich e-mails herab und laufen
im Tarnanzug über den Schreibtisch.

Zu Hause in der flexiblen Heimat
hat ein Vöglein für sie gekocht.
Es fliegt weiter.
Während sie hierbleibt geht
ihr Leben einen ferneren Gang.
Sie beobachtet es durch den Spion. Im Fahrstuhl reißt es
den Schnabel auf und schluckt den Bestellzettel hinunter.

Dieser Beitrag wurde von katrin heinau am 3. Dezember 2007 um 14:01 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

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