meine woche

am sonntag verwandle ich mich
in einen baum lasse ich
den frühling herein gebe der katze
zu fressen
oder nicht

am donnerstag muss ich mich erinnern
an die kindheit alte fotos fallen
mir in die hände
ein einkaufszettel
den mutter schrieb

am mittwoch werfe ich
meine blätter ab

am freitag kaufe ich ein
lauter dinge auf mutters einkaufszettel
einige gibt es schon lange nicht mehr
in den auslagen und regalen
gehen spinnen um

am montag suche ich die katze

am dienstag gebe ich es auf

am samstag gehe ich
in mich versuche ich
ordnung zu bringen
in die gedanken mein leben
beknie den gott der zweifelnden und verlorenen

dass er gnädig ist
und mir einen achten wochentag schenkt
für dich mit dir

Dieser Beitrag wurde von Werner Weimar-Mazur am 26. Dezember 2017 um 15:43 Uhr geschrieben.

Genre: Erinnerungsbrösel

3 Kommentare »

  1. Ich brauche keinen achten Wochentag, ich bin eine Frau. Und Mutter. Nicht nur letzteres ist gleichbedeutend mit Plan, Organisation und Haltung. Und so danke ich entspannt dem Herrn am siebten Tag dafür, dass ich ein Doppel-X bin…

    Comment by Frau vor dem Herrn — 27. Dezember 2017 @ 14:15

  2. Ich würde sagen_ eine weitere “Putztag”-Variante.

    Comment by -tztag — 27. Dezember 2017 @ 17:35

  3. Am 9. Wochentage jedoch bat er seine Frau und den Sohn, endlich auszuziehen, damit er auch etwas Zucker bekam auf seine Langerhans’schen Inseln. (Frei zit. nach Eisenhans, Februar 2012)

    Comment by frau kleist — 28. Dezember 2017 @ 20:17

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