Tango Blues, Neujahr 2018

In der Mühle drehen sich die Körper
An einer Tasse halten sich einsame Herzen fest
Dichter Nebel umhüllt die alternden Köpfe
Tragen schlurfend zur Schau ihre Lust

Vertief den Augenblick : hauch den Atem
Mit halbgeöffnetem Mund ins Ohr
Des Fremden an deiner Brust : spürst du sie
Auch : die bunten Raketen im Bauch

Wieviele Lieben ruft der Tango herbei
Wieviele Lieben brechen beim Tango
Entzwei : die Körper drehen sich
Dampfend entweichen die Seelen

Vorbei ist das Tänzchen : mit halbfeuchten
Händchen lauert hinter den Säulen der nächste
Noch hält er sich an einer Tasse fest
Das letzte Haar am Hinterkopf : verwirbelt

Schweißperlen mischen sich : mein Gott
Wie schön : mit diesem Geruch
An der Backe : kommst du
Niemandem sonst nahe : Hilfe

Was mach ich bloß : ich gehe
Drüber weg und weiter : in der Mühle
Drehen sich die Körper : manche
Stehen : hören auf : sich zu sehen

Dieser Beitrag wurde von Theodor Holz am 2. Januar 2018 um 18:56 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

7 Kommentare »

  1. Den Dichter Nebel, den will ich auch mal lesen.

    P. S. Welche Backe? Sollte es nicht die Wange sein?

    Comment by Verhört — 2. Januar 2018 @ 23:04

  2. Geruch an der Backe … das ist grundehrlich für: nicht richtig den Hintern geputzt.
    Früher gab‘s bei uns eine Lappen fürs Goscherl und einen fürs Ärschel.

    Comment by Kinderstube — 2. Januar 2018 @ 23:10

  3. Auch hier hatte die “Backe” Konjunktur:

    Jesus, deine Höflichkeit

    Wer einst die Höflichkeit erfunden hat,
    war Jesus, steht doch in der Bibel drin:
    „Haust du mir auf die Backe, halt ich glatt
    dir auch noch gleich die andre Backe hin!“

    Vergiss die Höflichkeit dabei nicht gleich,
    sag: „Bitte sehr! Bediene dich, mein Bester!“
    Verbuchst du als dein Plus fürs Himmelreich.
    Der andre haut dann auch ein bisschen fester.

    An diesem Beispiel kann man gut studieren,
    wie vorteilhaft die Höflichkeit doch ist.
    Wohl keiner braucht sich deshalb zu genieren.
    Und notfalls wird er eben Masochist.

    Comment by Plagiat — 2. Januar 2018 @ 23:48

  4. Bei Mühle denke ich eher an Walzer. Wiener Walzer. An der schönen blauen Donau und so.

    Comment by Johann Strauß jr. jr. jr. — 7. Januar 2018 @ 22:01

  5. Mein Bandoneon klemmt.

    Comment by Quetschkommode — 7. Januar 2018 @ 22:23

  6. Also bei Walzer denke ich eher an eine Nähmaschine: Eins, Zwei, Autsch.

    Comment by Schuster — 9. Januar 2018 @ 11:23

  7. Bei den etlichen Lieben denk ích an des Jesus Höflichkeit. (Sicher falsch dekliniert, aber: das muss man nicht können).

    Comment by Etliche Lieben — 18. Januar 2018 @ 00:51

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Hinterlasse einen Kommentar