Venedig

die Schlauen sind fort : die Kaufleute
& Generäle : Kramhändler zieren
Gassen & Plätze : Damenschuhe
klappern : Amerikaner suchen vergeblich
nach ihren Wurzeln : Kinder : in Gruppen
angereist : singen längst vergessene
Schlager : ein Murmeln : das nachhallt
hörbar über dem Schlagen der Wellen
bringt die hautkranken Häuser zum Bersten

wie räudige Katzen : ausgesetzt : streift man
herum : dies ist ein Ort : man fühlt sich
zusammengehörig : in Weltsprachen plaudernd
über Bellini : verläßt man eilenden Schritts
die Galerie : heitert sich auf im Café
ich streune umher : höre Schreie & Schritte
nachhallen : folge den Herren in braunen
oder blauen Mänteln : besitzergreifend
schmiegt sich Arm um Arm

im Schaufenster blitzen Gesichter auf
man dreht den welterfahrnen Kopf
gegen das Tag für Tag gleiche Angebot
Wurst & Salat : man urteilt & schreitet
zum nächsten Sklavenmarkt : in der Hoffnung
alles muß weitergehen : einst stemmten
die Bauleute Steine als Bollwerk ins Meer
sie starben & andre vollendeten ihr Werk
einst hörte man den Nachhall der Hämmer

Dieser Beitrag wurde von Federico Palatino am 3. Juli 2011 um 13:00 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

1 Kommentar »

  1. streunen, streunen, wunder, wunder-werk—eln—blau-en – - – mein arm — der tod in —

    Comment by frau kleist — 10. November 2011 @ 22:22

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