Oijoijoijoijoi, wo hab ich denn jetzt bloß de Brille

So gehts los. Jedesmal geht es so los. Sätze, Ziele, die nicht der emotionale Knaller sind. Du bist fröhlich, gut vorbeitet, willst jetzt endlich loslegen. Und dann kommt es: “Oijoijoi, wo hab ich denn jetzt bloß de Brille. Oijojojoj, wo hab ich denn jetzt bloß de Numma.” Du spürst, wie deine gute Laune in Wut umschlägt und der Blutdruck nach oben geht. Der Herzschlag wird spürbar. Du merkst, dass du einen Körper hast, und der tut weh. Du rutscht unruhig auf dem Stuhl herum. Von draußen drängt die Sonne herein und macht “dreieckiges Handtuch” auf der Pappwand vor dir. Du denkst an die Pappnase vom letzten Dienstag und lächelst, jetzt sichtlich besser gelaunt, schadenfroh in dich hinein. Der am anderen Ende hat immer noch keine Brille und keine Numma und raschelt nervös mit Papieren. Du lachst. Du lachst, erst leise, dann herzhafter. Kleine Fliegen kommen dir aus dem nächstgelegenen Blumentopf entgegen und kreiseln, im letzten Lebensdrittel angekommen, vor dir auf dem Tisch. Du lachst. Draußen wird es heller. Die Sonne brennt jetzt auf der Fensterscheibe, lässt sich nicht mehr durch Rolläden und schmieriges Glas ausbremsen. Du lachst und wächst aus dir heraus, du zeigst es allen, du drängst aus dir heraus und mit geballter Lebenslust schallt es aus dir: “Macht nichts. Dann schaffen wir es eben ohne Brille und ohne Numma.”

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 8. Februar 2018 um 20:11 Uhr geschrieben.

Genre: Rezensionen

1 Kommentar »

  1. Also ich schieb auch lieber die Numma ohne Brille…tärä, tärä, tärä!

    Comment by Kreon — 8. Februar 2018 @ 21:44

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